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eku – ZUKUNFTSPREIS 2023

Beim »eku – ZUKUNFTSPREIS 2023« wurden 219 Beiträge von Unternehmen, Wissenschaftseinrichtungen, Kommunen sowie von zivilgesellschaftlichen Akteuren prämiert. 

Der Bewerbungszeitraum lief vom 1. März bis 27. April 2023. Mit insgesamt 315 Einreichungen erreichte der »eku 2023« die bisher höchste Zahl an Bewerbungen. Aus diesen wurden in einem mehrstufigen Bewertungsverfahren die preiswürdige Beiträge ausgewählt. Erstmals präsentierten sich im Rahmen der Bewertung die zehn am besten bewerteten Idee-Projekten persönlich vor der Fach-Jury.

Das Preisgeld in den beiden Säulen »eku idee« für Projektideen und »eku erfolg« für abgeschlossene Vorhaben betrug insgesamt fast 1,1 Millionen Euro. Die Preisträgerinnen und Preisträger sind für März 2024 zu einer Vernetzungsveranstaltung eingeladen und gestalten die Veranstaltungsinhalte mit großem Engagement mit. Wir werden aus der Veranstaltung berichten!   

Lernen Sie die Preisträgerinnen und Preisträger des »eku 2023« sowie ihre Projekte bereits vorab kennen: 

Top-ten-Projekte in der Säule »eku idee«

Baumkinder GmbH

Baumkinder möchte ein neues Produkt entwickeln und mit Hilfe eines starken Partners auf den Markt bringen. Kletterhallen sollen dabei mit innovativen Bouldergriffen aus Holz ausgestattet werden. Durch einen neuartigen Herstellungsprozess können Holzgriffe produziert werden, die in ihrer organischen Formgebung den bisherigen Kunststoffgriffen in nichts nachstehen. Übliche Kunststoffgriffe tragen dem Wunsch nach Nachhaltigkeit, Klima- und Umweltschutz keine Rechnung und der Bedarf nach ressourcenschonenden Alternativen ist groß. Baumkinder möchte dafür mit einem regionalen Griffhersteller kooperieren, der die abschließende, minimale Kunststoffbeschichtung der Holzgriffe vornimmt, um die gewünschte Griffigkeit im professionellen Bouldersport zu erreichen. Regionale Lieferketten, Holz aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern sowie ein Reparaturservice erzeugen nicht nur Umwelteffekte, sondern durch den potentiell internationalen Absatzmarkt einen Vorbildcharakter über die Region hinaus.

pre•matter

Das Projektvorhaben von pre•matter widmet sich einem Problem, das auch die regionale Textilwirtschaft betrifft: Allein in zwei Betrieben in Sachsen fallen jährlich mindestens 24 bis 60 Tonnen textiler Produktionsabfälle aus Baumwolle und Leinen an. Diese hochwertigen Abfälle werden aktuell kostenpflichtig entsorgt und überwiegend verbrannt. Das Projekt verfolgt das Ziel, innovative Recyclingprodukte für den Heimtextilmarkt zu entwickeln. Dafür soll gemeinsam mit assoziierten Partnern aus verschiedenen Disziplinen der Textilbranche eine exemplarische Wertschöpfungskette aufgebaut werden, die langfristig eine Lösung für den Umgang mit hochwertigen Textilabfällen ermöglicht. Zur Umsetzung werden die Abfälle gesammelt, sortiert und mit Hilfe von technischen Anlagen aufbereitet. Das Projekt dient als Fundament, um mit einem starken Netzwerk eine nachhaltige Umgestaltung der textilen Infrastruktur in Sachsen zu fördern.

INSTAKO UG (haftungsbeschränkt)

Das »Einbaubad« ist ein industriell vorgefertigtes Stecksystem in Modulbauweise. Es vereint die heutige Installations- und die Reinigungsebene in einem System. Das System ist vor Ort mit wenigen Handgriffen zu montieren und demontieren. Bei Bedarfsänderungen werden die Module vor Ort einfach getauscht.  
Im ersten Schritt soll für den Bereich der Kitas ein System in 0.Serie erstellt werden. Das System ist auf alle Bereiche der Sanitärinstallation übertragbar: Öffentliche Einrichtungen, Schulen, Altenpflege, Wohnungsbau, Großküchen, Labore et cetera. Begleitend wird für das System als Ganzes ein Patentantrag gestellt. Zusätzlich soll ein Imagefilm zur Erklärung des Systems gedreht sowie ein Internetauftritt erarbeitet werden. Im nächsten Schritt wird unter Zuarbeit von Fremdfirmen die Vermarktung beginnen. 

Dirk Schubert

Ein Werk zur Herstellung von keramischen Fliesen steht in Mittelsachsen. Bei einer Besichtigung des Fliesenwerkes war ich erstaunt über die großen Mengen an Primärrohstoffen die zur Produktion von Fliesen benötigt werden. Im Werk werden täglich bis zu 20.000 m² Fliesen hergestellt. Dafür sind 250 Tonnen Rohstoffe notwendig. Der Abbau von Ton, Kaolin und Kreide hinterlässt karge Landschaften und ist ein immenser Eingriff in unsere Natur. In unseren Großstädten fallen auf Baustellen riesige Mengen an Bauschutt an. Die mineralischen Abfälle stellen in Deutschland den mengenmäßig größten Abfall. Nach Angaben des Bundesumweltamtes waren es 2020 in Summe 229,4 Mio. Tonnen.
Diese mineralischen Abfälle können wir ein zweites Leben in unseren Häusern für keramische Wand- und Bodenbeläge geben. Mein Wunsch ist es, dass wir unsere Ressourcen auf der Erde nicht weiter ausnutzen, sondern die bereits vorhandenen Materialien bestmöglich wiederverwenden.

Wir machen Energie eG

In Zeiten des Wandels ist es wichtig, viele Menschen mitzunehmen. Hierbei helfen der konstruktive Austausch und das Anbieten von konkreten Lösungen. Beides ist Inhalt dieses Projektes. Mit einem gut wiedererkennbaren Bürgerenergie-Mobil (z.B. elektrischer Kleintransporter mit markanter Aufschrift) wollen wir an vielen verschiedenen Orten des Landkreises Mittelsachsen das Gespräch mit den Menschen aus Gesellschaft, Politik und Wirtschaft suchen und möglichst für das Thema Energiewende mit bürgerschaftlicher Beteiligung und Gemeinwohlorientierung begeistern sowie zum gemeinsamen Mitdenken, Vernetzen und Gestalten einladen. Durch dieses öffentlichkeitswirksame und über einen längeren Zeitraum von über einem Jahr angelegte Informationsformat erreichen wir sehr viele Menschen in der Region und machen die Energiewende zum »Volkssport«.

Terra.Ursprung UG

Gegenstand des Projektes ist die logische Weiterentwicklung der in Ursprung vorhandener Inspirationsstrukturen zu einem Praxis-Kompetenzzentrum für die Verbindung von  Erzeugung, Speicherung und Nutzung erneuerbarer Energien in Verbindung von H2-Technologie mit biologischen Ressourcen in permakultureller Kreislaufwirtschaft. Unsere Motivation ist: »Umweltstärkende Energetiker Sachsens vereinigt euch«. Ein Meilenstein ist unter anderem die Schaffung von temporären Wohn- und Arbeitsplätzen, speziell für Praktikanten, Studierende und anderen Strukturnutzungswilligen.

Dorkfclub Schwarzkollm e.V.

Die Energieversorgung befindet sich im Wandel. Daher wollen wir als Interessengemeinschaft Energieversorgung Schwarzkollm (IGES) des Dorfclub Schwarzkollm e.V. aktiv die Energiewende in der Gemeinde mitgestalten. In einem ersten Schritt wollen wir eine Machbarkeitsanalyse zur nachhaltigen Energieversorgung des Dorfes Schwarzkollm erstellen. In einem zweiten Schritt soll dann die Auftaktveranstaltung zur Bürgerbeteiligung (Gründung einer Energiegenossenschaft) stattfinden. Die Bürger aus Schwarzkollm sollen die Energiewende mitgestalten, eigene Ideen, Vorschläge und Konzepte einbringen. Letztlich planen wir unabhängige Energieerzeugungsanlagen (z.B. Solarparks, Holzheizkraftwerk) und effiziente Speicher zu errichten, sowie den Aufbau eines Nahwärmenetzes. Alles soll smart und clever vernetzt werden.

Thien Thanh Vo

Mein Methodenkoffer zum Thema Lebensmittelwertschätzung und -rettung für Kinder von der 1. bis zur 5. Klasse enthält vier Stationen (Wissenskarten, ein Sinnesrad, ein Spiel »Gemüseschäler gegen Gemüsebürste« und die kreative Resteküche), die zum spielerischen, kommunikativen und kreativen Lernen einladen. Außerdem verbinden sie Elemente der Bildung für nachhaltige Entwicklung mit Storytelling und Methoden des selbsterfahrenden Lernens. Der Koffer entstand als Bachelorarbeit an der HTW Dresden im Studiengang Design. Die Idee ist es nun, den Koffer erneut zu bauen, um ihm dem Bildungsprojekt »Zur Tonne« des Tafel Dresden e.V. zur Verfügung zu stellen. Dort kann er von Schulen in Dresden ausgeliehen werden. Des Weiteren entsteht ein OpenSource-Bauplan zum selbständigen Drucken und Zusammenstellen. Somit ist der Koffer sachsenweit für alle Schulen und Bildungsträger zugänglich.

Wolkenfarm e. V.

Wir sind Wolkenfarm und wollen aufs Dach! Mit Vertical Farming Pflanztürmen bringen wir gesundes, selbst angebautes Obst und Gemüse aus Bürgerhand in die Stadt Dresden. Wir sagen Tschüss zu Plastikverpackungen, Lebensmittelverschwendung und langen Lieferwegen. Wir bewirtschaften eine ungenutzte Dachfläche und betreiben so eine platz- und ressourcensparende Dachfarm. Im Fokus liegt der Klimaschutz und die Förderung einer Community, welche die Zielsetzung zukunftsfähig macht. Aufgrund eines Kreislaufsystems, spart unsere Farm bis zu 90 % Wasser gegenüber der traditionellen Landwirtschaft. Gleichzeitig tragen wir mit dem Dachkonzept zur Biodiversität und Stadtbegrünung bei. Unsere Wolkenfarm arbeitet dabei nach dem Prinzip der solidarischen Landwirtschaft. Das bedeutet, dass Konsument:innen zugleich auch Erzeuger:innen sind und gemeinsam an der Vision einer urbanen Landwirtschaft arbeiten.

Regionalgruppe Dresden im BUND Landesverband Sachsen e. V.

Wetterextreme sind längst keine Seltenheit mehr. Besonders in Städten leiden wir unter starker Hitze und Trockenheit sowie sintflutartigen Regenfällen. Städte müssen deshalb im Sinne einer Schwammstadt angepasst und auch umgebaut werden. Das Projekt setzt hier auf mehreren Ebenen an: Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit vermitteln, was insgesamt getan werden muss und wie jede:r einzelne dazu beitragen kann. Als Fach- und Interessensverband für Umwelt- und Naturschutz stärkt der BUND diese Interessen auch im städtischen Transformationsprozess. Zuletzt sorgen praktische Maßnahmen zum Speichern von Regenwasser und zur Stärkung der Biodiversität lokal für eine Verbesserung des Stadtklimas. In Zusammenarbeit mit nicht-öffentlichen Eigentümer:innen wird Wirkung jenseits des direkten Einflussbereichs der Stadt Dresden entfaltet. Das Projekt läuft ab Juli 2023 bis Dezember 2024.

Kontakt

Für Fragen wenden Sie sich bitte an das Team des eku – ZUKUNFTSPREISES:

Telefon: 0351 564-22250

E-Mail: eku@smekul.sachsen.de

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